Freiwillige Feuerwehr Rade

Chronik

 Chronik 1903-2015

Im Jahre 1903 wurde aus den Orten Rade, Mienenbüttel und Ohlenbüttel eine Pflichtfeuerwehr gegründet. Wehrführer von 1903 — 1919 war der Rader Hinrich Strubenhof.

Diese Ortschaften bildeten damals einen Teil der Gemeinde Appel. Aufgrund der weiten Entfernung bekamen die Orte erst eine eigene Schule und kurz darauf eine eigene Feuerspritze. Auf Betreiben des derzeitigen Bürgermeisters H. Brockemann bekam die Wehr Appel sowie die Wehr Rade eine Handfeuerwehrpumpe der Firma Magirus, die 40 Jahre ihren Dienst in der Wehr verrichten sollte. Die Pumpe wurde von einem Trecker aus der Landwirtschaft gezogen.

Noch im Gründungsjahr hatte die Rader Feuerwehr ihre Bewährungsprobe zu bestehen. Am 23.Juni 1903 wurden die Feuerwehrleute durch das Feuerhorn alarmiert. Der Einsatz ging nach Wenzendorf, wo Stövers Hof in Flammen stand. Dann rief das Feuerhorn am Nachmittag auch die letzten Feuerwehrangehörigen von der Arbeit im Heu an die Pumpe. In Appel brannten die Höfe „Knütels“ und „Thees“, sowie zwei Nachbarhöfe wurden Opfer der Flammen.

Nach dem ersten Weltkrieg löste Peter Holst aus Rade seinen Vorgänger als Wehrführer ab. Die Pflichtfeuerwehr bestand auch noch‚ als Rade 1923 selbständige Gemeinde wurde und die schon 20 Jahre alte Handspritze sollte noch weitere 20 Jahre ihren Dienst tun. Die größten Brandeinsätze innerhalb der Gemeinde waren 1920: Poppe in Rade 1926: Matthies in Rade 1927: Lühmann in Rade 1932: Grehl in Rade.

Am 29.12.1937 wurde mit 17 Mitgliedern die Freiwillige Feuerwehr Rade ins Leben gerufen. Die Aufgaben des Gemeindebrandmeisters wurden von August Wiechern aus Ohlenbüttel übernommen. Mit der Gründung war auch die Uniformierung ihrer Mitglieder verbunden.

1943 hatte die Magirus Handspritze nach jetzt mehr als 40 Jahre endgültig ihren Dienst getan und wurde durch Anschaffung einer Motorspritze TS 8 der Firma Bachert ersetzt, die noch heute zur Grundausrüstung der FF Rade gehört. Gemeindebrandmeister wurde 1949 Wilhelm Maack aus Rade. In den 60er Jahren wurde ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) für die TS 8 angeschafft und es konnte auf den Trecker verzichtet werden. Brandeinsätze im Gemeindebereich waren: 1953: Zimmermann in Mienenbüttel 1953: Detjen in Ohlenbüttel, 1956: Tobaben in Mienenbüttel, 1959: Behrens in Rade, l960: Heins in Rade‚ 1961: Detjen in Ohlenbüttel. 1962 waren die Angehörigen der FF Rade auch bei der Sturmflut im Einsatz.

1970 übernahm Hans-Jochen Klindworth das Amt als Gemeindebrandmeister und nach der Gebietsreform 1972 als Ortsbrandmeister die FF Rade. Der erste Gemeindebrandmeister für die Gemeinde Neu Wulmstorf wurde Horst Lüdemann aus Elstorf‚ der dieses Amt 30 Jahre innehatte.

1978 bekommt die FF Rade im Zuge des Neubaus des Schützenvereins ein neues, zu damaliger Zeit, modernes Gerätehaus und einen VW Bus als Gerätewagen. 

1979 wurde dem hohen Verkehrsaufkommen auf der A1 Rechnung getragen und die Wehr wurde mit neuem technischen Gerät ausgestattet. Sie bekam den ersten Hydrauliksatz mit Schere und Spreitzer sowie Notstromaggregat und Scheinwerfer.

Am 11.03.1980 wurde das erste Spür- und Messfahrzeug des Landkreis Harburg im Rahmen des Katastrophenschutzes vom Oberkreisdirektor Hans-Joachim Röhrs in einer Feierstunde übergeben und ist seitdem in Rade stationiert. Das Fahrzeug hatte die Aufgabe im Falle einer Störung im Atomkraftwerk Stade eventuelle radioaktive Strahlungen festzustellen.

1981 bekommt die FF Rade einen neuen Gerätewagen mit Zusatzbeladung (GWZ) der auch über die Gemeindegrenzen hinaus eingesetzt wurde. Dieses Fahrzeug hatte weit über 400 Einsätze und konnte viele Menschenleben retten.

1984 übernahm Johann Meyer (Mienenbüttel) die Wehr als Ortsbrandmeister. 1987 wird ein TLF16 beschafft. Mit diesem Fahrzeug kann die FF Rade auch den Brandschutz bei Unfällen gewährleisten.

1990 wurde Uwe Barkow (Mienenbüttel) Ortsbrandmeister. 1992 hatte die FF Rade beim Nebelunfall auf der A1 ihren größten Einsatz mit dem GWZ. An diesem Unfall waren ca. 70 Fahrzeuge u.a. mit Gefahrgut beteiligt. Innerhalb von nur 40 Minuten konnten 21 Verletzte, davon 10 eingeklemmt, befreit und versorgt werden. Für zwei Opfer kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die FF Rade wurde von Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis unterstützt.

1993 wurde unter dem Ortsbrandmeister Uwe Barkow die Jugendfeuerwehr gegründet. 1993 wurde der seit 20 Jahren als stellvertretender Ortsbrandmeister tätige Claus Viets (Mienenbüttel) zum Ortsbrandmeister gewählt. 1998 spendet der Ortsbrandmeister Claus Viets der Jugendfeuerwehr einen Ford Transit, der der Wehr als Mannschaftstransportwagen (MTW) dient. Die Gerätewarte Uwe Stelljes sowie Dirk Behrendt bauen das Fahrzeug in 280 Arbeitsstunden als Feuerwehrfahrzeug um.

2000 wird der Anbau an das alte Gerätehaus fertig gestellt und an die FF Rade in einer kleinen Feier übergeben. Im selben Jahr muss ein neuer MTW beschafft werden, da bei einer Übungsfahrt der MTW in einen Unfall verwickelt wurde. Die Gemeinde stellte ihre altes Gemeindefahrzeug, einen MB 100, zur Verfügung. Dieses Fahrzeug wird mit Hilfe der Gerätewarte und mit der Kameradschaftskasse in 300 Arbeitsstunden und einer neuen Lackierung zu einem Feuerwehrfahrzeug umgebaut.

2002 wird der GWZ durch einen modernen RW2 ersetzt. Dieses Fahrzeug bekamt den Schriftzug „Horst‘s letzter“. Da es das letzte Fahrzeug ist‚ welches der Gemeindebrandmeister Horst Lüdemann in seiner 30 jährigen Amtshandlung für die Gemeinde anschaffen durfte. Zeitgleich wird der alte Messwagen durch einen neuen Messwagen ersetzt ‚ der jetzt auch Feuerwehrtechnische Aufgaben übernehmen soll. Im August 2002 wird die Wehr mit der Kreisbereitschaft für zwei Tage zur Deich- Verteidigung in Amt Neuhaus eingesetzt.